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Was ist Demenz?

Ich werde häufig gefragt, was genau denn nun "Demenz" eigentlich ist. In den Köpfen der Fragenden geistern verschiedenste Begrifflichkeiten umher von kognitivem Abbau, Alzheimer, Verkalkung, Verwirrtheit, geistigem Verfall oder Senilität. Zwar ist das Meiste irgendwie nicht ganz falsch. Hundertprozentig richtig ist es aber eben meist auch nicht.

Was also ist Demenz?

Der Begriff leitet sich aus dem Lateinischen ab: de mens. Wortwörtlich übersetzt bedeutet Demenz damit „abnehmender/verschwundener Verstand“.
• Der Begriff erfasst und beschreibt Symptome, deren Ursachen recht verschiedene Erkrankungen sein können.
• Fachleuten unterscheiden zwischen „primären“ und „sekundären“ Demenzen. Bei primären Demenzen ist immer direkt das Gehirn erkrankt. Diese Art der Demenzen ist nicht heilbar und hat einen unumkehrbaren Verlauf. Sekundäre Demenzen dagegen sind zumeist behandel- und heilbar. Dafür muss man jedoch der Ursache für das schlechtere Funktionieren des Gehirns genau auf den Grund gehen.
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Ist Demenz immer Alzheimer?

Klare Antwort: Nein. Dennoch ist die Alzheimerkrankheit eine häufige Ursache für einen demenziellen Krankheitsprozess. Im Umkehrschluss bedeutet dies: Jede Alzheimererkrankung ist eine Form von Demenz, aber nicht jede Demenz ist automatisch immer Alzheimer.

Die Hauptursachen primärer Demenzerkrankungen im Überblick:

70 % Morbus Alzheimer
20 % vaskuläre Demenz
10 % andere Ursachen, z. B. frontotemporale Demenz

Symptome einer Demenz immer ernst nehmen

Am besten wäre es, auftauchende geistige Beeinträchtigung nicht zu verdrängen. Das zeigt sich bei sekundären Demenzen. Sie erinnern sich: Unser Gehirn funktioniert nicht so gut, weil irgendetwas im Organismus nicht optimal läuft. Würde das behandelt, könnte unser Gehirn zumeist wieder einwandfrei arbeiten. Beispiele für Ursachen sekundärer Demenzen:
Aktuelles Symptome

Sonderform der Demenz: das Delir

Gerade für über 70-jährige Patienten besteht eine relativ hohe Gefährdung, nach einem operativen Eingriff ein Delir zu erleiden.
Aktuelles Delir Delirs nach operativen Eingriffen können jedoch vollständig vergehen. Es kann jedoch mehrere Wochen bis zur vollständigen Ausheilung dauern.

Einbußen bei der geistigen Leistungsfähigkeit sofort abklären lassen

Der Schlüsselbegriff für das Thema Demenz lautet: Differenzialdiagnose. Das bedeutet, dass alle möglichen Ursachen für die Einbußen der geistigen Leistungsfähigkeit abgeklärt werden müssen. Dazu dient ein komplexes Verfahren, in denen Mediziner und Psychologen, Erkrankte und deren Angehörige zusammenwirken müssen.

Was unterscheidet eine Demenz vom natürlichen Alterungsprozess?

Letztendlich lässt sich nicht exakt definieren, was beim Älterwerden unseres Gehirns zum natürlichen Prozess der Veränderungen in Hirnstruktur und -funktion gehört. Sicher ist, dass Masse und Volumen unseres Denkorgans im fortschreitenden Alter abnehmen. Dieser Rückgang ist ein altersadäquater Prozess. Ähnlich wie der unserer Haut: Sie gewinnt an Falten und Runzeln, verliert an Glattheit, verändert sich. Einfach, weil wir älter werden. Und genauso natürlich verändert sich auch unser Gehirn – und damit seine Leistungsfähigkeit. Diese unabänderlichen Veränderungen stellen keine Erkrankung dar. Schwierig ist und bleibt die Abgrenzung zwischen gegebenen Alterungsprozessen und einer Demenz.

Fazit

Dinge mal zu vergessen oder zu verlegen, Erinnerungen nicht aufzufinden, bedeutet nicht gleich, eine Demenz zu haben. Diese wird aber wahrscheinlicher, wenn man kompliziertere, aber vertraute Handlungen nicht mehr bewältigt kann. Oder, wenn Notizzettel keine Hilfe mehr bieten und Betroffene so wirken, als ob sie „einen Gang rückwärts einlegen“. Kurz: Wenn sie reservierter wirken oder an mentaler Beweglichkeit, an Unternehmungsgeist und Tatkraft verlieren. Wenn sie etwas „verloren wirken“, aber gleichzeitig versuchen, die Fassade zu wahren und dabei Fehler, Irrtümer und Vergesslichkeiten abstreiten.